Die 5 schönsten Roadtrips durch Europa für 7 bis 10 Tage

Traumhafte Bucht mit Felsen und türkisfarbenem Wasser, ideal für eine Reise entlang der besten Roadtrip-Routen in Europa.

Geschrieben von

Jörg Nagel

Veröffentlicht am

3. Okt. 2026

Inhaltsverzeichnis

Sie haben zehn Tage Zeit, möchten aber nicht jeden Morgen nur Koffer packen und Kilometer sammeln? Europas schönste Roadtrips verbinden spektakuläre Landschaften mit überschaubaren Etappen, guten Wanderstopps und Orten, an denen man gern länger bleibt. Ich zeige Ihnen fünf besonders lohnende Routen, ordne Fahrzeit, Saison, Kosten und Straßenbedingungen ein und gebe Ihnen praktische Hinweise für eine möglichst nachhaltige Planung.

Fünf Routen, die Landschaft und Fahrspaß sinnvoll verbinden

  • Norwegen ist ideal für Fjorde, Wasserfälle und spektakuläre Bergstraßen.
  • Die Grand Tour of Switzerland verbindet auf 1.643 Kilometern Seen, Alpenpässe und Städte.
  • Die N2 in Portugal führt über 739 Kilometer durch das ländliche Landesinnere bis zur Algarve.
  • Für eine kurze Alpenreise bietet sich die Großglockner-Hochalpenstraße mit 48 Kilometern und 36 Kehren an.
  • Mit ungefähr 7 bis 10 Tagen pro Route bleibt genug Zeit für Wanderungen und spontane Abstecher.

Welche Route passt zu Ihrem Reisestil

Eine gute Route erkennt man nicht daran, dass sie möglichst viele Länder auf der Karte berührt. Entscheidend ist, ob Fahrstrecke, Landschaft und verfügbare Zeit zusammenpassen. Wer nur vier Tage hat, sollte eine kompakte Alpenroute wählen. Bei zwei Wochen lohnt sich dagegen eine Küsten- oder Fjordreise mit mehreren Ruhetagen.

Reiseziel Empfohlene Zeit Besonders geeignet für Wichtigster Haken
Norwegische Fjorde 7 bis 12 Tage Wasserfälle, Wanderungen, wilde Landschaft Langsame Straßen und hohe Fährkosten
Schweizer Grand Tour 6 bis 10 Tage Alpenpässe, Seen, Kultur und Komfort Hohe Übernachtungs- und Parkkosten
Großglockner und Kärnten 3 bis 6 Tage Kurze Anreise aus Deutschland, Bergpanorama Wetter- und Saisonabhängigkeit
Portugals N2 7 bis 10 Tage Lokales Leben, Weinregionen, ruhige Landstraßen Im Hochsommer große Hitze im Landesinneren
Nordspaniens Atlantikküste 8 bis 12 Tage Küste, Berge, Essen und kleinere Städte Regen ist auch im Sommer möglich

Meine persönliche Faustregel lautet maximal 250 Kilometer pro Fahrtag, wenn Naturerlebnisse im Mittelpunkt stehen. Auf kurvigen Bergstraßen können 150 Kilometer bereits ein voller Tag sein. Wer jeden Tag 400 Kilometer plant, fährt zwar weit, sieht von Europa aber meist nur Tankstellen und Schnellstraßen.

Serpentinenstraße in den Alpen, ein Traum für Roadtrip-Fans. Eine der besten Roadtrip-Routen in Europa.

Fjorde und Alpen für große Landschaften

Norwegische Fjordroute von Bergen nach Trondheim

Für mich gehört Norwegen zu den stärksten Roadtrip-Zielen Europas, weil die Landschaft ständig ihre Perspektive verändert. Eine sinnvolle Route führt von Bergen über Flåm, den Sognefjord, Geiranger und Ålesund nach Trondheim. Je nach Abstechern sind dafür etwa 650 bis 800 Kilometer und mindestens acht Tage realistisch.

Die offiziellen Norwegischen Landschaftsrouten umfassen 18 besonders gestaltete Strecken mit Aussichtspunkten, Rastplätzen und architektonisch interessanten Bauwerken. Visit Norway nennt insgesamt rund 2.240 Kilometer solcher Abschnitte. Besonders eindrucksvoll sind die 104 Kilometer zwischen Geiranger und Trollstigen sowie die 36 Kilometer lange Atlantikstraße mit ihren sieben Brücken.

Planen Sie hier nicht nach der reinen Navigationszeit. Fähren, enge Straßen und Fotostopps verlängern die Etappen deutlich. Einige Strecken sind im Winter geschlossen, andere eignen sich wegen ihrer Breite nicht für große Wohnmobile. Juni bis September bietet meist die beste Kombination aus offenen Passstraßen und langen Tagen, während Juli und August am stärksten besucht sind.

Die Grand Tour of Switzerland

Die Schweizer Variante ist planbarer und dichter an Kulturangeboten als Norwegen. Die ausgeschilderte Rundreise ist 1.643 Kilometer lang und verbindet 46 wichtige Sehenswürdigkeiten, 22 Seen, fünf Alpenpässe und mehrere UNESCO-Stätten. Acht Etappen sind möglich, ich würde jedoch eher neun bis zwölf Tage einplanen.

Eine abwechslungsreiche Runde führt von Zürich über den Rheinfall und Appenzell zum Vierwaldstättersee, weiter über den Furkapass und das Wallis nach Montreux, Genf, Bern und zurück Richtung Zürich. Der Reiz liegt nicht nur im Panorama. Sie können morgens wandern, mittags eine Altstadt besuchen und am Abend an einem See übernachten.

Der Nachteil ist der Preis. Parkplätze, Unterkünfte, Tunnel und Bergbahnen treiben das Budget schneller nach oben als die reine Fahrstrecke. Die Grand Tour eignet sich außerdem gut für Elektroautos, weil die touristische Infrastruktur und die Entfernungen zwischen den Etappen vergleichsweise gut planbar sind. Vor der Abfahrt sollten Sie trotzdem die aktuelle Vignette, Passöffnungen und lokalen Parkregeln prüfen.

Großglockner und die Kärntner Panoramastraßen

Wer aus Deutschland kommt und nur wenige Urlaubstage hat, findet in Österreich eine sehr effiziente Alpenroute. Kombinieren Sie Salzburg, die Großglockner-Hochalpenstraße, Heiligenblut, den Wörthersee und Villach zu einer vier- bis sechstägigen Runde.

Die Großglockner-Hochalpenstraße ist 48 Kilometer lang, führt über 36 Kehren und erreicht am Hochtor eine Höhe von 2.504 Metern. Gerade diese kompakte Dramaturgie macht sie attraktiv: Innerhalb eines Tages erleben Sie Gletscherblicke, Hochgebirge und mehrere Aussichtspunkte, ohne eine ganze Woche im Auto zu verbringen.

Die Straße ist wetterabhängig und im Winter geschlossen, meist bis Anfang Mai. Auch im Sommer kann Nebel das Panorama verdecken. Ich würde deshalb nicht die gesamte Reise auf diesen einen Aussichtstag aufbauen, sondern einen Ersatzplan im Tal vorsehen, etwa eine Wanderung im Nationalpark Hohe Tauern oder einen Stadtbesuch in Salzburg.

Küste Kroatiens mit Blick auf Dubrovnik. Eine Straße führt entlang der Küste und bietet eine perfekte Route für Roadtrips in Europa.

Atlantik, Küste und ländliches Europa

Portugals N2 von Chaves nach Faro

Die portugiesische Nationalstraße N2 durchquert das Land von Nord nach Süd. Die Strecke zwischen Chaves und Faro ist 739 Kilometer lang und führt durch Weinregionen, kleine Städte, Flusstäler und die weiten Ebenen des Alentejo. Sie ist weniger spektakulär als Norwegens Fjorde, vermittelt dafür ein viel ruhigeres und lokaleres Reisegefühl.

Ich würde die N2 nicht in drei Tagen abfahren. Mit sieben bis zehn Tagen bleibt Zeit für kurze Wanderungen, regionale Märkte und längere Mittagspausen. Sehenswert sind unter anderem die Umgebung von Viseu, die Flussstrände bei Penacova und Lousã, das geografische Zentrum Portugals bei Vila de Rei sowie die historische Landschaft rund um Abrantes.

Die beste Reisezeit hängt stark von Ihrem Schwerpunkt ab. April bis Juni und September bis Oktober sind angenehm für Wanderungen und Besichtigungen. Im Juli und August kann es im Landesinneren sehr heiß werden, während die Algarve gleichzeitig besonders voll ist. Wer nachhaltig reisen möchte, übernachtet möglichst zwei Nächte an einzelnen Standorten und kauft Lebensmittel bei lokalen Märkten statt für jede Mahlzeit weiterzufahren.

Nordspanien von San Sebastián bis Santiago de Compostela

Nordspanien ist eine hervorragende Wahl, wenn Sie Meer, Berge und gutes Essen verbinden möchten. Eine flexible Route führt von San Sebastián über Bilbao, Santander, die Picos de Europa, Oviedo und Lugo nach Santiago de Compostela. Je nach Abstechern kommen etwa 800 bis 1.100 Kilometer zusammen.

Die offiziellen Reisevorschläge für Nordspanien kombinieren Küstenorte, Naturparks und historische Städte. In den Picos de Europa können Sie das Auto als Ausgangspunkt für Wanderungen nutzen. Der Nationalpark verteilt sich über Asturien, Kantabrien und León und bietet mehr als 30 ausgeschilderte Routen sowie zahlreiche Aussichtspunkte.

Besonders schön finde ich die Mischung aus kurzen Fahrtagen und spontanen Stopps. An der Küste lohnt sich die langsamere Nebenstraße, im Hinterland oft die schnellere Hauptverbindung. Mai, Juni und September bieten meist einen guten Kompromiss aus angenehmen Temperaturen und weniger Andrang. Für Strände und Badetage ist der Hochsommer verlässlicher, aber auch deutlich stärker besucht.

So planen Sie Fahrzeit, Budget und Übernachtungen

Beginnen Sie nicht mit einer langen Liste von Sehenswürdigkeiten, sondern mit der Frage, wie viele echte Reisetage zur Verfügung stehen. Bei zehn Tagen sollten Sie höchstens sieben bis acht feste Übernachtungsorte einplanen. Die übrigen Tage brauchen Sie für Wetter, Pausen, Wanderungen und kleine Umwege, die oft die schönsten Erinnerungen liefern.

Eine einfache Kostenrechnung

Für eine grobe Schätzung reicht eine kleine Rechnung. Bei einem Verbrauch von 6,5 Litern pro 100 Kilometer und einem angenommenen Kraftstoffpreis von 1,80 Euro kostet eine Strecke von 2.500 Kilometern ungefähr 293 Euro Kraftstoff. Die Rechnung lautet 2.500 ÷ 100 × 6,5 × 1,80.

Das ist nur eine Orientierung. Die größten Unsicherheiten sind der tatsächliche Verbrauch, der lokale Kraftstoffpreis und die Zahl der Umwege. Dazu kommen Maut, Fähren, Parkgebühren und gegebenenfalls eine Vignette. Für zwei Personen kalkuliere ich bei einer zehntägigen Reise mit einfachem, aber gutem Standard grob 1.000 bis 1.800 Euro pro Person, ohne Luxus und ohne Flugkosten.

Fahrzeiten realistisch einschätzen

Eine Navigations-App berechnet meist die Zeit ohne Fotostopps, Pausen, Baustellen oder Fähren. Auf norwegischen und alpinen Nebenstraßen sollten Sie zur reinen Fahrzeit mindestens 30 bis 50 Prozent Puffer addieren. Bei einer geplanten Fahrzeit von vier Stunden werden daraus schnell fünf bis sechs Stunden.

Reservieren Sie die erste und letzte Nacht sicher, dazwischen lassen Sie idealerweise etwas Spielraum. Das funktioniert besonders gut in Portugal und Nordspanien. In der Hochsaison oder in beliebten Alpenregionen ist eine frühere Buchung sinnvoll, während spontane Übernachtungen in abgelegenen Gegenden nicht immer nachhaltig oder überhaupt möglich sind.

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Auto, Wohnmobil oder Mietwagen

Ein eigenes Auto lohnt sich vor allem bei einer langen Anreise aus Deutschland und einer Reisedauer von mindestens zwei Wochen. Für kürzere Routen ist ein Flug mit anschließendem Mietwagen oft entspannter, sofern Sie den Wagen an derselben Station zurückgeben können. Ein Wohnmobil bietet Freiheit, bringt aber auf engen Bergstraßen und bei begrenzten Stellplätzen klare Nachteile.

Wildes Übernachten ist in vielen Regionen eingeschränkt oder verboten. Nutzen Sie ausgewiesene Campingplätze und hinterlassen Sie keine Abfälle. Gerade an stark besuchten Fjorden und Küsten ist legales Übernachten mit guter Infrastruktur die bessere Wahl für Natur und Anwohner.

Nachhaltig unterwegs ohne den Roadtrip auszubremsen

Ein Roadtrip ist nicht automatisch umweltfreundlich, nur weil er durch Naturgebiete führt. Die größte Wirkung hat die Anzahl der gefahrenen Kilometer. Ich plane deshalb lieber eine Region gründlich als mehrere Länder im Schnelldurchlauf und bleibe an besonders schönen Orten mindestens zwei Nächte.

  • Wählen Sie ein sparsames Fahrzeug oder ein Elektroauto, wenn Ladepunkte und Etappen zuverlässig zusammenpassen.
  • Nutzen Sie Bahn und Mietwagen kombiniert, um lange Autobahnanfahrten zu vermeiden.
  • Kaufen Sie regionale Lebensmittel und essen Sie in kleinen Gasthäusern statt täglich große Umwege zu fahren.
  • Parken Sie an offiziellen Ausgangspunkten und nutzen Sie Shuttlebusse in stark besuchten Nationalparks.
  • Bleiben Sie auf markierten Wegen und halten Sie Abstand zu Wildtieren und Weidevieh.
  • Vermeiden Sie unnötiges Motorlaufen an Aussichtspunkten und Rastplätzen.

Auch die Reisezeit macht einen Unterschied. Die Randmonate außerhalb der Ferien verteilen Besucher besser und reduzieren den Druck auf sensible Orte. In Nationalparks gelten oft zusätzliche Regeln, die sich kurzfristig ändern können. Prüfen Sie vor jeder Etappe die offiziellen Verkehrs-, Wetter- und Schutzgebietsinfos, besonders bei Pässen, Fähren und saisonalen Zufahrten.

Die Route wird besser, wenn nicht jeder Tag voll ist

Die beste europäische Autoroute ist selten die längste. Für mich gewinnt die Reise, wenn nach einem spektakulären Fahrtag ein ruhiger Vormittag folgt, an dem man zu Fuß unterwegs ist, in einem Dorf einkauft oder einfach am Wasser sitzt.

Wählen Sie Norwegen für dramatische Natur, die Schweiz für dichte Vielfalt, Österreich für eine kurze Alpenauszeit, Portugal für ländliche Entdeckungen und Nordspanien für die starke Verbindung aus Küste, Bergen und Küche. Mit realistischen Etappen, etwas Puffer und Respekt vor den Landschaften wird aus einer Fahrstrecke eine Reise, die auch nach der Rückkehr noch lange nachwirkt.

Häufig gestellte Fragen

Für zehn Tage eignen sich besonders Portugals N2 mit sieben bis zehn Tagen, die Schweizer Grand Tour mit neun bis zwölf Tagen oder Nordspanien mit acht bis zwölf Tagen. Norwegen ist ebenfalls möglich, wenn Sie mindestens acht Tage einplanen und langsame Straßen sowie Fähren berücksichtigen.

Für zwei Personen können Sie bei einfachem, gutem Standard grob 1.000 bis 1.800 Euro pro Person ohne Flugkosten kalkulieren. Bei 2.500 Kilometern, 6,5 Litern Verbrauch und 1,80 Euro pro Liter entstehen etwa 293 Euro Kraftstoffkosten. Maut, Fähren, Parkgebühren, Vignetten und Übernachtungen kommen hinzu.

Norwegen eignet sich meist von Juni bis September. Für Portugals N2 sind April bis Juni sowie September und Oktober angenehm, während Mai, Juni und September für Nordspanien einen guten Kompromiss bieten. Die Großglockner-Hochalpenstraße ist wetterabhängig und im Winter geschlossen.

Wenn Naturerlebnisse im Mittelpunkt stehen, sind maximal 250 Kilometer pro Fahrtag sinnvoll. Auf kurvigen Bergstraßen können bereits 150 Kilometer einen vollen Tag ausmachen. Für norwegische und alpine Nebenstraßen sollten Sie zusätzlich 30 bis 50 Prozent Zeitpuffer für Fähren, Pausen, Baustellen und Fotostopps einplanen.

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Jörg Nagel

Mein Name ist Jörg Nagel und ich bringe über 10 Jahre Erfahrung im Bereich nachhaltiges Wandern und Outdoor-Reisen mit. Meine Leidenschaft für die Natur und die Erkundung neuer Landschaften hat mich dazu inspiriert, mich intensiv mit umweltfreundlichen Reisemöglichkeiten auseinanderzusetzen. Ich finde es wichtig, die Schönheit der Natur zu erleben, ohne dabei die Umwelt zu belasten. In meinen Texten möchte ich anderen helfen, bewusste Entscheidungen zu treffen und die Herausforderungen des nachhaltigen Reisens zu verstehen. Ich schreibe über verschiedene Aspekte des Wanderns, von den besten Routen bis hin zu Tipps für umweltfreundliche Ausrüstung. Dabei lege ich großen Wert auf sorgfältige Recherche und die Überprüfung von Informationen, um sicherzustellen, dass meine Leser stets aktuelle und verständliche Inhalte erhalten. Mein Ziel ist es, komplexe Themen einfach zu erklären und Trends im Bereich des nachhaltigen Reisens aufzugreifen, damit jeder die Möglichkeit hat, die Natur verantwortungsbewusst zu genießen.

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