Laugavegur Trail in 4 Tagen - Etappen, Ausrüstung und Tipps

Wanderer auf dem Laugavegur trail in Island, umgeben von grünen Hügeln und einem Flusslauf.

Geschrieben von

Jörg Nagel

Veröffentlicht am

6. Okt. 2026

Inhaltsverzeichnis

Vier Tage durch bunte Rhyolithberge, schwarze Lavafelder, Gletscherflüsse und grüne Täler: Der Laugavegur Trail gehört zu den eindrucksvollsten Fernwanderwegen Islands. Ich zeige, wie die rund 54 bis 55 Kilometer verlaufen, wann die beste Zeit für die Tour ist, welche Ausrüstung wirklich zählt und wie sich die Wanderung sicher und möglichst naturverträglich planen lässt.

Die wichtigsten Fakten für deine Laugavegur-Planung

  • Strecke: Rund 54 bis 55 Kilometer von Landmannalaugar nach Þórsmörk.
  • Ideale Dauer: Vier Wandertage bieten ein gutes Verhältnis aus Belastung und Naturerlebnis.
  • Saison: Die Hauptroute ist meist von Ende Juni bis Anfang oder Mitte September begehbar.
  • Übernachtung: Hütten und Campingplätze müssen im Sommer früh gebucht werden.
  • Schwierigkeit: Technisch meist moderat, durch Wetter, Einsamkeit und Flussquerungen aber anspruchsvoll.

Wanderer auf dem Laugavegur Trail genießt die atemberaubende Aussicht auf grüne Täler, Flüsse und schneebedeckte Berge.

Was den Laugavegur-Trail so besonders macht

Die Route verbindet Landmannalaugar im isländischen Hochland mit dem bewaldeten Tal Þórsmörk. Auf relativ kurzer Distanz wechseln sich farbige Rhyolithberge, dampfende Geothermalflächen, schwarze Sandwüsten und grüne Birkenwälder ab. Genau diese starke Landschaftsveränderung macht den Weg so reizvoll.

Ich schätze an der Strecke besonders, dass sie kein reiner Gipfelmarsch ist. Die eigentliche Herausforderung liegt weniger in technischen Kletterpassagen als in Wind, Nebel, Regen, Kälte und wechselndem Untergrund. Wer nur nach den Kilometern plant, unterschätzt den Weg schnell.

Der höchste und oft raueste Abschnitt liegt rund um Hrafntinnusker auf etwa 1.100 Metern Höhe. Dort können selbst im Sommer Schneefelder liegen. Später führt der Weg über Flusstäler und schwarze Sande, bevor die Landschaft bei Þórsmörk deutlich geschützter und grüner wird.

Die vier Etappen von Landmannalaugar nach Þórsmörk

Die klassische Variante dauert vier Tage. Die Etappen sind gut miteinander verbunden, trotzdem sollte man die Gehzeiten nicht zu knapp kalkulieren. Bei schlechtem Wetter wird aus einer überschaubaren Strecke schnell ein langer Tag.

Etappe Distanz Gehzeit Worauf es ankommt
Landmannalaugar - Hrafntinnusker 12 km 4 bis 5 Stunden 470 Höhenmeter Aufstieg, Schnee und Nebel möglich
Hrafntinnusker - Álftavatn 12 km 4 bis 5 Stunden Schneerinnen, steiniger Untergrund und schneller Wetterwechsel
Álftavatn - Emstrur 16 bis 17 km 6 bis 7 Stunden Schwarze Sandflächen und mehrere Flussquerungen
Emstrur - Þórsmörk 15 km 6 bis 7 Stunden Schluchten, Brücken und die Querung der Þröngá

Welche Etappe ist die schwierigste?

Für viele Wanderer fühlt sich der erste Tag am härtesten an, weil der Weg von Landmannalaugar stetig nach oben führt. Die Strecke nach Hrafntinnusker ist nicht extrem lang, aber der Wind kann dort ungebremst über das Hochland ziehen.

Die längeren Etappen liegen zwischen Álftavatn, Emstrur und Þórsmörk. Besonders nach Regen verdienen die Flussquerungen Respekt. Ich würde die Tour deshalb nicht auf drei Tage verkürzen, außer du bist an lange Trekkingtage mit schwerem Rucksack gewöhnt. Zwei Tage sind aus meiner Sicht nur für sehr erfahrene und schnelle Wanderer sinnvoll.

Wer mehr Zeit hat, kann in Emstrur einen Abstecher zum Markarfljótsgljúfur-Canyon einplanen. Die etwa 4,5 Kilometer lange Hin- und Rückstrecke führt zu einer rund 200 Meter tiefen Schlucht und ist eine gute Ergänzung, ohne den Charakter der Hauptroute zu verändern.

Beste Reisezeit und wichtige Planung vor dem Start

Die übliche Wandersaison reicht von Ende Juni bis Anfang oder Mitte September. Juli und August bieten meist die zuverlässigsten Bedingungen, sind aber auch die vollsten Monate. Die tatsächliche Öffnung hängt von Schnee, Wetter und dem Zustand der Hochlandstraßen ab.

Ein früher Start im Juni kann landschaftlich reizvoll sein, ist aber nicht automatisch besser. In den Höhenlagen können dann noch Schneefelder liegen, und einzelne Flussübergänge sind schwieriger. Im September nimmt das Wetter oft deutlich schneller eine winterliche Richtung an.

Hütten oder Zeltplatz

Die Berghütten bieten einfache Schlafplätze im Mehrbettzimmer, Gemeinschaftsküche und grundlegende Sanitäranlagen. Ein eigenes Bett, ein Schlafsack und Rücksicht auf andere Gäste gehören zum Standard. In Hrafntinnusker gibt es keine Dusche, während an anderen Hütten je nach Standort Duschen gegen Gebühr möglich sind.

Für 2026 kostet ein Hüttenplatz bei Ferðafélag Íslands meist etwa 17.000 isländische Kronen pro Nacht. Ein viertägiges Hüttenpaket liegt ungefähr bei 68.000 Kronen. Camping ist mit rund 3.400 Kronen pro Nacht deutlich günstiger, setzt aber ein sturmfestes Zelt und komplette Campingausrüstung voraus. Preise können sich ändern, deshalb sollte die Buchungsseite vor der Reise nochmals geprüft werden.

Reserviere die Übernachtungen möglichst früh und in der üblichen Richtung von Landmannalaugar nach Þórsmörk. Die begrenzten Kapazitäten sind im Hochsommer schnell ausgeschöpft. Wildes Zelten ist entlang der beliebten Route keine gute Alternative und kann zum Schutz der empfindlichen Vegetation untersagt sein.

Anreise und Rückweg

Von Reykjavík fahren in der Wandersaison Busse nach Landmannalaugar. Die Verbindung sollte zusammen mit den Hütten oder Campingplätzen geplant werden, denn die Fahrten ins Hochland sind saisonabhängig. Wer selbst fährt, braucht für die Hochlandpisten ein geeignetes, vom Vermieter zugelassenes 4x4-Fahrzeug.

Für Landmannalaugar gelten 2026 bei Anreise mit Miet- oder Privatwagen tagsüber Reservierungs- und Parkregelungen. Ein normaler Mietwagen ist für die F-Straßen nicht ausreichend. Am Ende der Wanderung fahren Busse aus Þórsmörk zurück in Richtung Reykjavík, wobei die Abfahrtszeiten nicht beliebig flexibel sind.

Ausrüstung, Verpflegung und Sicherheit auf dem Weg

Auf dem Laugavegur-Trail braucht man keine alpine Spezialausrüstung, aber zuverlässige Trekkingausrüstung. Wasserdichte Kleidung, warme Schichten und ein gut sitzender Rucksack sind wichtiger als ultraleichtes Zubehör oder teure Elektronik.

  • Wasserdichte Jacke und Überhose
  • Warme Isolationsschicht, Mütze und Handschuhe
  • Eingelaufene, wasserfeste Wanderschuhe
  • Schlafsack für niedrige Temperaturen, auch bei Hüttenübernachtung
  • Wanderstöcke für Geröll, nasse Wege und Flussquerungen
  • Sandalen oder leichte Neoprenschuhe für die Furten
  • Offline-Karte, Powerbank und Stirnlampe
  • Erste-Hilfe-Set, Blasenpflaster und persönliche Medikamente

Flüsse sicher queren

Mehrere Flüsse müssen zu Fuß durchquert werden. Der Wasserstand kann nach Regen und Schneeschmelze innerhalb kurzer Zeit steigen. Vor dem Einstieg prüfe ich immer die breiteste, meist flachere Stelle, löse den Hüftgurt des Rucksacks und quere langsam mit Blick gegen die Strömung.

Schuhe gehören dabei nicht in den Rucksack. Nasse Füße sind unangenehm, ein Ausrutscher in kaltem Gletscherwasser kann aber gefährlich werden. Wenn das Wasser trüb, sehr schnell oder deutlich höher als erwartet ist, sollte man warten, andere Wanderer beobachten oder die aktuelle Einschätzung der Hüttenbetreuung einholen.

Lesen Sie auch: Wanderschuhe kaufen - So vermeidest du Fehlkäufe!

Wasser und Essen

Entlang der Route gibt es Hütten mit Wasserstellen, aber keine regelmäßige Versorgung mit Lebensmitteln. Plane daher die komplette Verpflegung vor dem Start. Für einen normalen Wandertag halte ich 1 bis 2 Liter Trinkkapazität für sinnvoll, bei Wärme oder langen Abschnitten ohne sichere Zapfstelle entsprechend mehr.

Praktisch sind energiereiche, leichte Lebensmittel wie Haferflocken, Tortillas, Nüsse, Trockenfrüchte, Käse und gefriergetrocknete Mahlzeiten. Viele Hütten haben Kochmöglichkeiten, Campingplätze bieten jedoch nicht immer denselben Komfort. Eine kleine Reserve für einen wetterbedingten zusätzlichen Tag gehört in jeden Rucksack.

Nachhaltig wandern im isländischen Hochland

Die Vegetation entlang der Route wirkt robust, ist aber oft erstaunlich empfindlich. Moose und dünne Pflanzenschichten wachsen in der Kälte nur langsam nach. Bleib deshalb konsequent auf dem markierten Weg und kürze keine Kurven über empfindliche Flächen ab.

Übernachtet wird ausschließlich auf ausgewiesenen Campingplätzen oder in den reservierten Hütten. Müll wird wieder mitgenommen, besonders an abgelegenen Stationen wie Hrafntinnusker. Auch organische Abfälle gehören nicht in die Landschaft, denn sie locken Tiere an und hinterlassen in diesem Klima lange Spuren.

Eine umweltfreundlichere Anreise beginnt in Reykjavík mit dem Linienbus statt mit einem zusätzlichen Geländewagen. Vor Ort helfen außerdem wiederverwendbare Flaschen, konzentrierte Lebensmittel mit wenig Verpackung und eine Ausrüstung, die nicht nach einer einzigen Tour ersetzt werden muss.

Geothermalflächen, heiße Quellen und lockere Hänge sollten nur dort betreten werden, wo es ausdrücklich erlaubt und sicher ist. Die farbigen Böden sind nicht nur fotogen, sondern können auch brüchig, heiß oder rutschig sein. Gerade bei Nebel ist Zurückhaltung die bessere Entscheidung als das perfekte Foto.

So würde ich die Tour realistisch angehen

Ich würde einen zusätzlichen Puffer- oder Ruhetag einplanen, besonders bei einer Anreise aus Deutschland. Ein später Bus, Sturm oder ein gesperrter Abschnitt kann die gesamte Planung verschieben. Der Laugavegur ist gut markiert, aber kein Spazierweg mit garantiertem Sommerwetter.

Für gut trainierte Wanderer mit Mehrtagestour-Erfahrung ist die Route eine sehr lohnende erste Hochlandwanderung. Wer bislang nur Tagestouren unternommen hat, sollte vorher mehrere Tage mit Rucksack und wechselhaftem Wetter üben. Wer nach Þórsmörk noch weiterwandern möchte, kann den Fimmvörðuháls-Pass in Richtung Skógar anschließen, sollte dafür aber mindestens ein bis zwei weitere Tage und noch anspruchsvollere Bedingungen einplanen.

Meine wichtigste Empfehlung lautet deshalb, nicht die schnellste, sondern die robusteste Planung zu wählen: vier Wandertage, früh gebuchte Übernachtungen, wetterfeste Kleidung, ausreichend Essen und die Bereitschaft, bei schlechten Bedingungen eine Etappe zu verschieben. Dann bleibt genug Zeit, die Landschaft wirklich wahrzunehmen, statt nur Kilometer abzuhaken.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Die Route von Landmannalaugar nach Þórsmörk ist etwa 54 bis 55 Kilometer lang. Vier Wandertage bieten ein gutes Verhältnis aus Belastung und Naturerlebnis. Drei Tage sind nur für geübte Trekkingwanderer sinnvoll, zwei Tage eher für sehr erfahrene und schnelle Wanderer.

Die Hauptroute ist meist von Ende Juni bis Anfang oder Mitte September begehbar. Juli und August bieten oft die zuverlässigsten Bedingungen, sind aber auch die vollsten Monate. Schnee, Wetter und der Zustand der Hochlandstraßen können die tatsächliche Öffnung beeinflussen.

Ein Hüttenplatz kostet bei Ferðafélag Íslands ungefähr 17.000 isländische Kronen pro Nacht; ein viertägiges Hüttenpaket liegt etwa bei 68.000 Kronen. Camping kostet rund 3.400 Kronen pro Nacht, erfordert aber ein sturmfestes Zelt und vollständige Campingausrüstung. Die Preise sollten vor der Reise nochmals geprüft werden.

Wasserdichte Kleidung, warme Schichten, wasserfeste Wanderschuhe und ein gut sitzender Rucksack sind besonders wichtig. Für Furten eignen sich Sandalen oder leichte Neoprenschuhe. Beim Queren sollte der Hüftgurt gelöst, die breiteste und meist flachere Stelle gewählt und bei hohem oder sehr schnellem Wasser die Hüttenbetreuung gefragt oder abgewartet werden.

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Jörg Nagel

Jörg Nagel

Mein Name ist Jörg Nagel und ich bringe über 10 Jahre Erfahrung im Bereich nachhaltiges Wandern und Outdoor-Reisen mit. Meine Leidenschaft für die Natur und die Erkundung neuer Landschaften hat mich dazu inspiriert, mich intensiv mit umweltfreundlichen Reisemöglichkeiten auseinanderzusetzen. Ich finde es wichtig, die Schönheit der Natur zu erleben, ohne dabei die Umwelt zu belasten. In meinen Texten möchte ich anderen helfen, bewusste Entscheidungen zu treffen und die Herausforderungen des nachhaltigen Reisens zu verstehen. Ich schreibe über verschiedene Aspekte des Wanderns, von den besten Routen bis hin zu Tipps für umweltfreundliche Ausrüstung. Dabei lege ich großen Wert auf sorgfältige Recherche und die Überprüfung von Informationen, um sicherzustellen, dass meine Leser stets aktuelle und verständliche Inhalte erhalten. Mein Ziel ist es, komplexe Themen einfach zu erklären und Trends im Bereich des nachhaltigen Reisens aufzugreifen, damit jeder die Möglichkeit hat, die Natur verantwortungsbewusst zu genießen.

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